Unser LeitbildFranz Wilhelm Metz (1817 - 1901) - ein niedersächsischer Turnvater

Der in Leipzig geborene Franz Wilhelm Metz erregte schon im zehnten Lebensjahr durch seine turnerische Geschicklichkeit Aufmerksamkeit. Bereits 1836 bildete er zusammen mit anderen Turngenossen eine Turngesellschaft. Er gehörte dem Vorstand an und war zugleich Vorturner und Zeugwart. Seit Sommer 1839 betätigte sich der gelernte Schriftsetzer als Turnlehrer. In dieser Eigenschaft wirkte er von 1842 - 1846 in Darmstadt und beteiligte sich auch hier an der Gründung eines Vereins, der "Darmstädter Turngemeinde". Er erwarb die Befähigung eines Schwimm- und Fechtlehrers, bevor er 1846 dem Ruf nach Mannheim folgte. Nach polizeilicher Auflösung des Mannheimer Turnvereins begab sich Metz 1847 auf Wanderschaft und kam 1848 nach Hannover.
Hier beschränkte sich seine Tätigkeit nicht allein auf seine turnerische Arbeit im Männer-Turnverein. In vielen Orten des Königreichs Hannover war er bei der Gründung von Turnvereinen und der Schaffung von Turnplätzen behilflich. Darüber hinaus richtete er in zahlreichen höheren Schulen Turnanstalten ein und inspizierte sie, so unter anderem in Lüneburg, Bremen, Harburg, Verden, Stade, Nienburg, Wunstorf, Lingen, Osnabrück, Meppen, Celle und Hildesheim. Metz übernahm die Rolle eines "niedersächsischen Turnvaters".
Seine universelle Begabung ließ ihn zu einer herausragenden Persönlichkeit auch auf dem Gebiet der Leibesübungen und des Sports werden. Als hervorragender Schlittschuhläufer leistete er Grundlegendes für den Eis- und Rollschuhlauf. Er organisierte Eisfeste, war 1868 Mitbegründer des ersten "Eisbahn-Vereins" und initiierte Ende der 1860er Jahre ebenfalls den Bau der ersten Rollschuhbahn Hannovers.
1869 ließ sich Metz ein 92pfündiges Holzrad bauen, mit dem er einen "Veloziped-Ritt" nach Hildesheim unternahm und von den Landbewohnern mit Steinen beworfen wurde. Im gleichen Jahr organisierte er dann in Hannover vor großer Zuschauerzahl zwei "Velozipeden-Wettreiten" und bereitete den Boden zur Gründung eines Velozipedenklubs.
Die Bedeutung von Franz Wilhelm Metz wurde noch zu seinen Lebzeiten anerkannt und gewürdigt. Zu seinem 80. Geburtstag wurde ihm viele Ehrungen zuteil. Er starb am
27. April 1901 in Hannover. Sein aus Turnspenden finanziertes Grabdenkmal steht noch heute auf dem Friedhof in Hannover-Stöcken.
Franz Wilhelm Metz wurde aufgrund seiner weitreichenden Verdienste auf dem Gebiet des Turnens und der Leibesübungen in die Ehrengalerie des niedersächsischen Sports aufgenommen.